Die Company muss ready sein!
Wichtig beim Schritt in die schöne (?) neue Webwelt ist vor allem: Die Company muss ready sein. Diese "Message" teilte Vodafone-Mann Volker Gläser dem jungen, meist studentischen Publikum beim DMMK Young Professionals im November 2008 eindringlich mit. Mehrmals. Und bemerkte offensichtlich nicht das Grinsen, das sein Bullshit-Bingo übertriebener Business-English-Einsatz (deployment?) im kompletten Hörsaal auf die Gesichter zauberte.
Die Company muss also ready sein.
Mich beschleicht das Gefühl, dass die "Company" eben nicht "ready" ist.
Ich habe diverse Teilnehmer der Vodafone-Kampagne bei BarCamps und anderen Konferenzen teils persönlich in Gesprächen, teils bei Sessions, oder zumindest auf Podien erlebt. Sie alle mögen streitbar sein. Aber sie alle haben - so unterstelle ich mal - ein angemessenes Verständnis für den Umgang mit Social Media.
Dass Ute Hamelmann sich zum Rückzug aus dem "Web2.0" entschließt, finde ich in diesem Zusammenhang traurig, aber konsequent. Dass es sie mit voller Härte trifft, versucht Michael Domsalla zu erklären. Der Vorgang zeichnet für mich ein enttäuschendes Bild eines Teils der deutschen Social-Media-"Szene".
Aber dieses ganze Geschehen zeigt auch: Vodafone war und ist für diese "Kampagne" - um im Unternehmensjargon zu bleiben - nicht "ready". Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie mit vermeintlichen Fachleute wie Nico Lumma und Carmen Hillebrand so grundlegende Fehler wie hier gemacht werden können. Abgesehen von z.B. fehlender Hilfestellung für Schnutinger bei wirres.net (vgl. Felix Schwenzels Nachtrag um 10:05): Sollten die Verantwortlichen nicht eine Ahnung davon haben, dass eine solche Aktion ohne entsprechende Produkte nichts als heiße Luft erzeugt? Und sollten sie nicht in letzten Jahren genügend Erfahrung mit dem / im Web gesammelt haben, um zu wissen, wie dankbar solch ein "fail" (wie ich dieses Wort mittlerweile hasse…) landauf landab genüsslich seziert wird?
"Ready" sieht für mich auf jeden Fall anders aus.
4 comments
Hier sehe ich das primäre Problem darin, dass die Verantwortlichen für die Kommunikationskampagne nicht weit genug in vorherige Prozesse wie Produktentwicklung etc. eingebunden wurden - bzw. bei dieser geringen Vorlaufzeit eingebunden werden konnten: Carmen Hillebrand ist erst seit Mitte Februar im Unternehmen, Nico Lumma hatte mit Scholz&Friends drei Monate Zeit. Die Kampagne an sich enthält ja eigentlich alle möglichen Ansätze, die absolut begrüßenswert sind. Ohne entsprechendes Produkt dahinter bringt das nur leider nichts…
Auch ein Pressesprecher hat im Unternehmen nicht immer das letzte Wort.
Schade finde ich, dass beide Seiten in dieser Geschichte irgendwie verloren haben. Mit der jetzigen Schlammschlacht ist schließlich niemandem geholfen…
Ein tiefgreifender Eingriff in ein Unternehmen durch die Kommunikationsabteilung, um sowas zu verhindern, ist (leider!?) mehr als utopisch ;)

Problem ist, dass Vodaphone nicht B saget, nach dem A. Denn wer nicht B sagen kann, hätte niemals A sagen sollen.