Nachdem bereits
im letzten Jahr ein wundervolles erstes BarCampRuhr im Essener
Unperfekthaus stattfand, bin ich an diesem Wochenende zum zweiten Mal zum BarCamp dort. Das UPH ist noch immer (wie sollte es anders sein…) ein perfekter Ort für ein BarCamp. Die verschiedenen Wege im Haus verbreiten noch immer leichte Konfusion–die Raumbenennung nach Städten des Ruhrgebiets ist wie im Vorjahr ein beliebter Running-Gag.
Check-In / Gong
Nach gemächlicher Ankunft um 10:30 Uhr & einem kurzen Reinschnuppern in die Sessionplanung ging es für eine halbe Stunde gemeinsam mit
Klaus zum Check-In-Schalter am Eingang. Dort fiel mir sofort eine sinnvolle Ergänzung zum Vorjahr ein: Die "Diensthabenden" am Eingang sollten nach 30 und 45 Minuten eine Runde durch die Räume drehen & dem Sessionchef ein "Gong"-Schild zeigen. Diese kleine Maßnahme half deutlich, den Zeitplan einigermaßen einzuhalten.
PR und Social Media
Nach einem
unfassbar guten Mittagessen (Putenbraten mit Kartoffelgratin) ging es dann–endlich–in meine erste Session. Das Thema war "PR und Social Media" (oder so ;) ), zwei Jungs von
WeberShandwick hatten sie anberaumt. Im mehr als überfüllten Oberhausen fanden sich dann auch etliche bekannte Leute wieder, so dass ich auf eine gute Diskussion hoffte. Für meinen Geschmack war das Ganze dann aber doch zu oberflächlich–man kann ja auch nicht voraussetzen, dass sich jeder so für das Thema interessiert wie die PRler (in diesem Fall etwa
Djure,
Carmen &
Igor) selbst. Am Sonntag soll es eine Folgesession geben, die inhaltlich dann sicherlich tiefer geht.
Serienjunkie-Session
Anschließend lies ich mich für eine Stunde von Igor & Scotty "berieseln". Sie zeigten einige Ausschnitte aus diversen, beachtenswerten US-/UK-Serien. Nette Unterhaltung in Dortmund, das passenderweise auch mit entsprechend gemütlichen Sofas ausgestattet war. Mein Favorit unter all den Favoriten war eindeutig "Lie to me".
Webstandards-Magazin
Die für mich schon letzte Session des Tages–schließlich lag noch der Rückweg nach Münster vor mir–war dann eine gemütliche Runde in Castrop-Rauxel zum neuen
Webstandards-Magazin. Chefredakteur Ansgar Hein hatte eingeladen um eine erste Blattkritik einzufangen. Mit knapp zehn Leuten kam eine interessante Diskussion mit sehr guten Ideen und Themenvorschlägen zustande. Viele der angesprochenen Themen waren bereits in Planung, so dass man die kommenden Ausgaben des jungen Magazins freudig erwarten darf. Eine sehr sympathische Runde, die ohne Laptops, iPhones & die restlichen Ablenker fokussiert diskutierte.
G1 & Poke-Mania
Auch außerhalb der Sessions gab es beim BarCampRuhr2 einiges zu entdecken. Zum einen konnte man sich im Tausch gegen den Perso ein G1-Handy leihen. Diese Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen, um den direkten Vergleich zum iPhone ziehen zu können. Das Gerät schien beim Ausfahren des Bildschirms etwas unstabil, so dass ich wirklich Angst hatte, es dabei bzw. bei ausgefahrenem Screen zu beschädigen. Die Tastatur war schon eine gute Sache, jedoch war damit die Bedienung mit zwei Fingern zwingend nötig (wie Djure kritisch anmerkte). Auch
Sam konnte in der Fernseh-Session einige Mängel feststellen–Logik beim Aufbau, Design der Tastatur (man berührt fast immer den Menü-Button am Rand, wenn man die rechts gelegenen Tasten tippen möchte). Nach einem
gescheiterten Tweet sowie mehrfachem Tippen auf die URL-Leiste ohne Ergebnis stand für mich fest: Das Gerät ist gut–auch wenn hier nur Mängel aufgelistet sind ;) Allerdings kann es mit dem iPhone dann doch irgendwie nicht mithalten, was Handling, Konsistenz und auch (gefühlte) Stabilität angeht.
Das zweite Highlight waren die "Pokens". Die kleinen Tierchen können als Visitenkarten-Ersatz dienen–zur Funktionsweise gibt es eine informative Seite sowie einen umfassenden Screencast, daher spare ich mir die Erklärung hier mal. Zwar fragte ich mich zunächst nach dem Sinn des "Wir-kennen-uns-zwar-schon-aber-lass-uns-trotzdem-poken"-Treppenhausstauverursachers. Auch die oft wahllose "Rumpokerei" fand ich jetzt nicht sooo sinnvoll–viel lief nach dem Motto "Wer bist du? Ach, kann ich ja nachher sehen". Das war für mich dann doch eher fragwürdig und vor allem kein Ersatz für vernünftige, normale soziale Interaktion. Schließlich sind so geknüpfte Kontakte ohne vorheriges Kennen(lernen) meist eh alles andere als nachhaltig. Für den Einsatz auf Messen (mit etwas seriöseren Aufsätzen ;) ) als Ersatz der Visitenkarte schienen die kleinen Händchen jedoch mehr als brauchbar. Wie
Christin mir quasi auf dem Heimweg erzählte, wurden bereits sämtliche Vorräte verkauft (knapp 100 Stück glaube ich), so dass die beiden sehr auf Nachschub für die re:publica09 hoffen. Der Erfolg des Gadgets–zumindest in der "BarCamp-Szene"–scheint jedenfalls sicher.
Fazit
Der erste Tag des BarCampRuhr2 war wirklich gelungen. Den Stress, von einer Session in die nächste rennen zu
müssen habe ich mir erspart & damit einen ruhigen, interessanten Nachmittag gehabt. Mal sehen, was der Sonntag bringt.